Die westische Rasse

 

Die westische Rasse

von Hans F. K. Günther

 
Sie ist kleingewachsen, aber nicht untersetzt, sondern zierlich-schlank mit einer durchschnittlichen Körperhöhe des Mannes von etwa 1,60 Meter. Die westische Gestalt wirkt wie eine verkleinerte nordische, eher ist die Höhe der Beine noch betonter als bei der nordischen Rasse. Auch die breiten Hüften des westischen Weibes vermindern den Eindruck des Schlanken kaum.
Abb. 13. Südfrankreich (Arles). Westisch
Abb. 14. Korsika. Westisch
Abb. 15. Aus einem vornehmen brasilianischen Geschlecht. Westisch
Abb. 16. Algerien. Westisch
Die Kopfform ist die gleiche wie die der nordischen Rasse, nur daß die Stirn wohl verhältnismäßig etwas niedriger ist, auch mehr nach den Seiten und nach oben und hinten abgerundet, also mehr zurückgewölbt als zurückgeneigt. Die Nase ist verhältnismäßig kürzer und selten so scharf gezeichnet wie bei der nordischen Rasse, dabei meistens gerade oder leicht ausgebogen, in selteneren Fällen vielleicht auch leicht eingebogen. Das Kinn ist minder betont und mehr abgerundet. Der ganze Gesichtsschnitt ist somit weicher, man möchte sagen: weiblicher als bei der nordischen Rasse; auch die Weichteile tragen dazu bei.
   Abb. 17. Deutsch-Eylau, eine Großmutter Polin, eine Amerikanerin. Vorwiegend westisch
Abb. 18. Pommern. Großmutter aus der Westschweiz. Vorwiegend westisch mit nordischem Einschlag                
Abb. 19. Süditalien (Neapel). Mascagni. Vorwiegend Westisch
(mit geringem negerischem Einschlag?) Jüdische Abstammung?
Abb. 20. Sizilien. Westisch
Die Haut ist bräunlich und erscheint warm-geschmeidig. Wangenrot zeigt sich kaum noch, das Lippenrot spielt ins Bläuliche.
Das Haar fällt schlicht-glatt, häufiger lockig; das einzelne Haar ist weich und dünn. Der Farbe nach ist es braun, schwarzbraun oder schwarz. Die Augenbrauen stehen wohl dichter als bei der nordischen Rasse, die Wimpern scheinen länger zu sein.
Der Bart ist braun oder schwarz, der Bartwuchs ziemlich reichlich.
Die Augen sind braun bis schwarzbraun mit einem warmen Farbton.
Westische, aber auch nordisch-westische Menschen zeigen anscheinend häufig eine besondere Begabung im Fechten.
Da sie in Deutschland kaum durch rassenreine oder stark vorwiegend westische Menschen vertreten ist, soll bei ihrem seelischen Wesen nur kurz verweilt werden. Es ist eine bewegliche und leidenschaftliche Rasse, leicht erregbar, leicht versöhnlich, äußeren Eindrücken lebhaft hingegeben, mit herzlichem, aber zugleich auch gespanntem und neugierigem Anteil am Mitmenschen, gewandt in Auftreten und Worten, beredt und zu schlauer Berechnung geneigt. Der westische Mensch möchte das Leben genießen, wenig arbeiten, ist bei lebhaftem Ehrgefühl auf seine Geltung vor anderen bedacht. Sein Witz und seine Wortgewandtheit entfalten sich besonders am Geschlechtlichen; eine Neigung zu Grausamkeit, zu Tierquälereien und Sadismus ist nicht selten unter vorwiegend westischen Bevölkerungen. Im Familienleben zeigt der westische Mensch eine lebhafte Liebe zu seinen Kindern, im Staatsleben verrät er seinen geringen Sinn für Ordnung und vordenkliche Erwägungen wie seine Lust an der Veränderung. Eine hohe Bestrafungsziffer für Tätlichkeiten und Mord kennzeichnen die Landschaften mit vorwiegend westischer Bevölkerung, am deutlichsten anscheinend in Sizilien und Sardinien.
Ein gewisser westischer Einschlag bekundet sich auf deutschem Sprachgebiet außer in Teilen der Schweiz und des österreichischen Ostalpengebiets am ehesten in der Pfalz, in den Moselgegenden, im Rheingau und, von dort aus abnehmend, wohl noch bis gegen Elberfeld. Ein Beobachter wie W. H. Riehl fand im Rheingau denjenigen deutschen Menschenschlag, der am meisten Ähnlichkeiten mit italienischem Wesen zeige, einen Sinn für „Anregung und Aufregung“ und für das „Graziöse“ verrate, eine gewisse „Oppositionslust“, eine leichte Erregbarkeit und hervortretende Neugier. Auch lege der Pfälzer viel Wert auf Schliff in Auftreten und Kleidung, sei gesprächig, leicht-blutig und schlagfertig. Man kennt auch solche kennzeichnenden Benennungen wie „Pfälzer Krischer“ und „Kreuznacher Totschläger“ und sieht die Pfalz gekennzeichnet durch eine hohe Bestrafungsziffer für gefährliche Körperverletzung. In solchen Zügen äußert sich im westlichen Mitteldeutschland ein Einschlag westischer Rasse, der übrigens als eine leichte Durchmischung vielleicht im ganzen Gebiete der fränkischen Mundart zu vermuten ist.
 

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